[Event] Rückblick zur OpenExpo 2009

by nachtmeister on 6. April 2009

openexpo_intro Die alljährlich abwechselnde OpenExpo, die einmal in Zürich, das andere Mal in Bern stattfindet, ist dieses Jahr am 1. und 2. April in der Hauptstadt zu Gast gewesen. Die Messe befasst sich, wie der Name schon fast errät, mit Themen zu OpenSource. Nebst vielen interessanten Firmen, die mit ihren Ständen zahlreich vertreten sind, finden abseits des Rummels auch immer wieder kleinere bis grössere Vorführungen und Präsentationen statt. Für alle unter euch, die den Tag mit Arbeiten verbracht haben, habe ich eine kleine Zusammenfassung mit meinen persönlichen Highlights zur Messe.

Viel fürs Business, wenig für den Privatmann

Was ich vorne weg sagen muss: Die Messe ist grösstenteils interessanter für Firmen, denn jeder zweiter Stand bietet ein CRM oder ERP Produkt an. Ja, die Konkurrenz hier nebeneinander geparkt und es ist schon fast paradox, wenn man sich hier durch die Stände wühlt. Ein kleiner Teil der Messe ist aber auch für den Hobbytüftler interessant. Hier finden sich unter Anderem Vertreter von diversen Linux Distributionen wie Ubuntu, Fedora oder Gentoo. Aber auch Programmierer von Drupal und Typo3. Ich habe mich vor Allem dort etwas mehr durch die Stände und Prospekte gewühlt und habe mir natürlich gleich mal auch von jeder Distribution wieder eine aktuelle Installations CD geholt – wie das schon fast Pflicht sein muss, wenn man sie schon kostenlos nachgeworfen kriegt.

Der Gentoo Tisch

Vorführungen, die Lust auf mehr machen

Interessanter sind aber die Vorträge. OpenSource auf dem iPhone, Linux auf mobilen Geräten oder eine kleine Vorführug von Blender 3D. Viel interessantes ist allemal dabei so das ich praktisch die Qual der Wahl habe, wie ich mich den Tag über beschäftige. Einer der wirklich besseren Vorträge hier ist der, des Studenten Marc Ammann. Er ist wohl nämlich einer der ersten und einzigen, die OpenSource für das iPhone umgesetzt haben. Der Programmierer von GottaGo schildert in seiner Präsentation, was an der NDA und Apple nicht in Ordnung ist und warum es so schwer ist, OpenSource für ein völlig geschlossenes System umzusetzen. Dabei benutzt er schon mal gerne das Wort "fuck" auf seiner Präsentation, was den Saal aber stimmungsvoll auflachen lässt.

Ein weiteres Highlight war für mich eindeutig der Vortrag von Betrand Delacretaz. Er ist einer der 9 Köpfe aus dem Directors Board der Apache Software Foundation und erzählt über seine Arbeitsphilosophie im Umgang mit OpenSource Collaboration Tools. Erstaunliche Fakten dazu: Bei der Apache Software Foundation gibt es keine Face-To-Face Meetings, keine Büros und keine Kommunikation ohne Mailing Listen. Der Vorteil dieser Methode ist laut Betrand der archivierte Arbeitslauf. So können Mitarbeiter alles nachlesen, neue Mitglieder sich selber einlesen.

Drupal gehört zu den letzten Vorführungen an diesem Tag. Mit der Überschrift "Ein Drupal CMS in 30 Minuten" werden zwar nur noch wenige Leute angelockt, aber warum sollte man nicht profitieren, wenn einem schon mal angeboten wird, etwas in 30 Minuten zu erlernen? Ich bin auf jeden Fall interessiert bei der Sache, auch wenn das überaus schnelle Durchgeklicke des Präsentierenden Christophe Galli und seinem Assistenten praktisch nicht verfolgbar ist. Hier ist klar, es geht wohl mehr um die Geschwindigkeit. So ist der Spuck nach 28 Minuten bereits vorbei und ich habe im Zeitraffer gesehen, wie eine Seite für einen Fussball Club mit einer Galerie aufgebaut wird. Ich habe in der Zeit einen sehr guten Eindruck von Drupal erhalten so das ich getrost sagen kann: Liebe Joomla Benutzer, werft mal einen Blick rüber ins Drupal Stübchen, es lohnt sich.

Drupal in 30 Minuten

Das OpenSource Bier

Diesen Abschnitt widme ich einem ganz besonderen Stand an der OpenExpo: Dem Free Beer. Ein ETH Student namens Pascal Mages hat sich nämlich überlegt, warum nicht die Freiheit Pur in einer Flasche unterbringen. Daraus entstanden ist ein Bio OpenSource Bier, dessen Rezept unter der Creative Commons Lizenz verfügbar ist und es so jeden frei gestellt ist, eigenes OpenSource Bier herzustellen und sich damit ein Taschengeld zu verdienen. Was es nicht alles gibt…

OpenSource Bier

Keine Angst, nichts verpasst

Wer jetzt ein wenig genervt darüber ist, diesen Termin verpasst zu haben: Keine sorge. Alle Referate sind dank eines 4 Köpfigen Filmteams auf YouTube einsehbar. Auch die Präsentationen wurden von einigen Referenten bereits auf der OpenExpo Seite zum Download angeboten. Wer sich also mal die empfehlenswerte Präsentation von Marc Ammann und seinem OpenSource auf dem iPhone ansehen möchte oder kurz auch mal den 30 Minütigen durchlauf durch Drupal (Achtung, in Schweizerdeutsch) machen möchte, kann dies nun bequem, ohne die Messe besucht zu haben.


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