Braucht die Schweiz mehr Mobilfunk Antennen?

by Martin on 5. Mai 2008

image Es gibt wohl kein Thema, das in den Vergangen Jahren so polarisiert hat, wie der Bau von neuen Mobilfunk Antennen. Die Nutzung der Handy’s und mobilen Geräte nimmt stetig zu. Es ist heute fast zur Selbstverständlichkeit geworden, auch unterwegs seine Mail’s abzufragen, im Internet zu surfen oder auch neue Web 2.0 Dienste wie Twitter oder Flickr zu nutzen. Gerade Geräte wie das Apple iPhone oder Mobile Unlimited von Swisscom bieten dem Reisenden neue Möglichkeiten.

Laut einem Bericht von DRS3 sollen die drei Schweizer Netzanbieter Swisscom, Orange und Sunrise ihre Netze weiter ausbauen, damit Sie dem Ansturm standhalten können. Der Bau von weiteren GSM und UMTS Antennen sei geplant und teilweise schon im Gang. Daraus ergibt sich aber ein Problem: Viele Schweizer sind damit nicht einverstanden und machen von der Möglichkeit Gebrauch, Einsprachen in den jeweiligen Gemeinden zu deponieren. Momentan seien etwa 300 offene Baubegehren für Mobilfunk Antenen in der Schweiz hängig. Bei jedem Baugesuch für Mobilfunk Antennen gebe es mindestens eine Einsprache.

Jedoch scheint es so, das der Erfolg der Einsprachen je nach Begründung keine Möglichkeit auf Erfolg haben, auch wenn diese bis vor das Bundesgericht weitergezogen werden. Die Einsprache bei der Gemeinde sei kostenlos, ein weiter bestreiten bis vor das Bundesgericht kann bis zu 10’000 Franken kosten, wird weiter berichtet. Ob dies nun so korrekt ist, kann ich nicht beurteilen. Begründungen wie “Schädigung durch zu viele Strahlen” würden direkt bereits von der Gemeinde abgelehnt und hätten vor dem Bundesgericht keine Chance auf Erfolg.

Es scheint aber so, das sich die Gemeinden in der Schweiz das Problem sehr ernst nehmen und das Gespräch mit den Netzanbietern suchen, so wie das Beispiel der Gemeinde Derendingen zeigt. Ein weiteres Beispiel ist die Gemeinde Huttwil. Werden aber die Grenzwerte, welche durch das BAFU (Bundesamt für Umwelt) in der NISV definiert werden, eingehalten, sieht es für die Beschwerdeführer eher schlecht aus. Die Gemeinden selbst müssen dann dafür sorgen, das diese NISV eingehalten wird.

Die Frage bleibt aber, ist eine Schädigung durch Mobilfunk Antennen wirklich nachweisbar? Die Bürgerwelle Schweiz setzt sich gegen den Elektrosmog in der Schweiz ein, teilweise für mich nicht mit nachvollziehbaren Begründungen. Auch werden dadurch Ängste der Bevölkerung vielleicht wissentlich Missbraucht, um so gegen die Bauvorhaben der Netzanbieter vorzugehen. Jedoch ist es vermutlich nicht von der Hand zu weisen, das es Personen gibt, welche sensibler auf Elektromagnetische Felder reagieren. Viele Studien versuchen das Einte oder andere Wissenschaftlich zu begründen, wie ernst aber diese Studien genommen werden können, bleibt ein Rätsel.  Das BAG (Bundesamt für Gesundheit) selbst hat ein paar Empfehlungen mit dem Umgang von Handy’s herausgegeben.

Meine Erfahrung zeigt, dass das Bedürfnis nach mobiler Kommunikation nach wie vor weiterhin ungebremst besteht, aber man die Mobilfunk Antenne nicht in seiner Nähe haben möchte. So ist auch das Feedback aus meinem Bekanntenkreis. Dies ist aber technisch nun nicht Möglich.

Was meint ihr zu diesem Thema? Seit ihr etwa sogar direkt betroffen?

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1 Elisa Denkert März 12, 2010 um 13:51

Ich habe vor einer ganzen Weile diesen Spiegelartikel zu diesem Thema gelesen: http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,560166,00.html Demnach gibt es eben wirklich keine gesicherten Erkenntnisse über die Schädlichkeit von Strahlung durch Handymasten.
Meiner Meinung nach benutzen einige Gesundheitsfanatiker dieses Thema für ihre eigenen Zwecke zur Panikmache. Wer überall erreichbar sein möchte und die neuesten technischen Errungenschaften nutzen möchte, muss sich eben damit abfinden, dass entsprechende Sendemasten auch in seiner Nähe platziert werden müssen.

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2 m@rtin März 12, 2010 um 21:43

@Elisa Denkert
Ich denke, die heutigen Anforderungen erfordern halt, das überall Mobilfunkantennen stehen. Es ist aber auch nicht von der Hand zu weisen, das es Personen gibt, welche auf elektromagnetische Strahlung sensibilisier reagieren, als der Mehreit der Menschheit.

Es wird glaube ich von beiden Seiten übertrieben, sowohl die Gesundheitsfanatiker übertreiben und auch die Befürworter der Mobilfunkantennen. Schlussendlich ist es der Mittelweg, der die Lösung bringt. In der Schweiz gibt es immer mehr Gemeinden, welche sich erfolgreich dagegen wehren und bestehende Mobilfunkantennen demontiert werden müssen, ein Beispiel ist hier Steckborn. Die Gefahr darin ist, das die Bewohner einfach halt abwandern und sich einen neuen Standort suchen, welche z.B. eine bessere Verbindung ermöglicht. Wenn man beruflich darauf angewiesen ist, ist dies sicherlich ein Killerkriterium.

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